Freitag, 14. Dezember 2018

Milano


Im Zuge eines Uniprojektes hat es mich im April diesen Jahres nach Mailand verschlagen. Für dieses Projekt bearbeiten wir ein 150ha großes Areal am Stadtrand von Mailand, dem ehemaligen Porto di Mare. Ursprünglich sollte hier zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein Seehafen für Mailand geplant werden, an diesem Plan wurde auch noch bis in die 1940er Jahre festgehalten. Allerdings wurde er dann auf Grund finanzieller Missstände aufgegeben und man hat das Gelände vernachlässigt. Heute befindet sich dort ein Berg unter dem sich eine ehemalige Müllhalde befindet, ein Biotop, ein Park und ein paar vereinzelte Betriebe. Da es in dem Projekt nicht nur um das Projektgebiet dreht, sondern der Entwurf unter dem Oberbegriff des Agro Hubs stehen soll, haben wir uns in Mailand einige moderne Projekte angeschaut, die die Stadt wieder zur Landwirtschaft bringen sollen. So waren der Bosco Verticale, die Universität von Mailand und einige Parks und Gemeinschaftsgärten nur einige der Ziele. Wir hatten in der Zeit in der wir vor Ort waren ein sehr straffes Programm und so konnten wir leider die Altstadt von Mailand kaum besichtigen. Es hat gerade dafür gereicht, dass wir an einem Abend beim Dom sowie der Galleria Vittorio Emanuele II besucht haben, jedoch hatte der Dom bereits geschlossen, so dass wir ihn nicht von innen ansehen konnten.
Um euch die Stadt begreiflich zu machen folgt jetzt einfach eine kleine Bilderflut, ich hoffe die Bilder gefallen euch.

Bosco Verticale

Fondazione Prada
 
Mailänder Dom

Scala


Green
Crashed


Galleria Vittorio Emanuele II

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Stiftsruine Bad Hersfeld


Westfassade

Anfang April an einem doch recht regnerischen Tag, beschloss ich trotz Semesterferien mich ein wenig mit der heimischen Architektur auseinanderzusetzen und habe endlich mal wieder die Stiftsruine in Bad Hersfeld besichtigt. Normalerweise hat es mich hier nur zu den Bad Hersfelder Festspielen hin verschlagen. Zu diesen steht jedoch eine große Bühne im Chor und auch das Langhaus der Basilika ist durch die Bestuhlung verbaut, so dass sich zwar eine tolle Kulisse für das Schauspiel bietet, jedoch die vollständige Architektur nicht sichtbar ist. Schon für kleines Geld kann man die Ruine und den Turm außerhalb der Festspielzeit besichtigen und ich finde sie ist den Besuch definitiv wert. 

Langhaus Blick auf Querhaus und Chor im Osten

Es handelt sich bei der Stiftsruine Bad Hersfeld um eine der größten romanischen Basiliken nördlich der Alpen. Der Bau wurde 1038 unter Abt Meginher begonnen und bereits Mitte des Jahres 1040 konnten die Gebeine der Heiligen Lullus und Wigbert in die neue Krypta übertragen werden. 1144 wurde die Kirche vom Mainzer Erzbischof geweiht, obwohl mit dem Bau der Türme gerade erst begonnen worden war. Während des Siebenjährigen Krieges wurde die Kirche niedergebrannt. 
So viel zu der groben Geschichte der Ruine. Heute wird diese bereits seit 1951 als Austragungsort der Bad Hersfelder Festspiele genutzt. 
(Quelle: Stiftsruine Bad Hersfeld Geschichte und Architektur, Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten Hessens, Regensburg, 2002)

Krypta Blick Richtung Westen

Wenn man nun Mitten in dieser Basilika steht und sich umsieht kann man sich die Ausmaße, die diese Kirche hatte sehr gut vorstellen. Es handelt sich um ein beeindruckendes Bauwerk. Auf der Westempore sind Kapitelle ausgestellt, die sich in der nordöstlichen Vorhalle befunden haben. Die Detaillierung dieser Kapitelle ist klasse, sie zeigen die unterschiedlichsten Motive, von Mönchen bis hin zu Löwen und Fabelwesen. Auch der Ausblick vom Turm aus über die Stadt ist toll, allerdings hatte ich durch das schlechte Wetter eine nicht ganz so weite Sicht. Also wenn es euch mal nach Bad Hersfeld verschlägt, dann werft doch mal einen Blick in die Ruine, es lohnt sich.